La Paz und Coroico

Um von Copacabana nach La Paz zu gelangen, muss man über den Titicacasee übersetzen. Dies sollte recht einfach sein, nimmt man an. Wir fuhren also mit einem Überlandbus von Copacabana weg und gelangten kurz darauf an die Fähre. Alle verließen brav den Bus und watschelten den Einheimischen hinterher zum Fahrkartenhäuschen, kauften ein Ticket und bestiegen eine kleine Schaluppe. Diese brachte uns dann ans andere Ufer. Dort warteten wir bis auch der Bus übergesetzt war. Nachdem „alle“ wieder im Bus saßen, sollte es auch gleich weiter gehen. Doch plötzlich sprang ein Mädel auf und meldete dass noch 4 Leute fehlten. Also drehte der Bus noch eine Runde am Bootsanlegesteg, doch von den Fehlenden war nichts zu sehen. Darauf entschied der Busfahrer ohne sie nach La Paz zu fahren. Bis dahin war es eh nicht mehr so weit. Da holte das Mädel sehr weit aus und erzählte was von Novio (Verlobter) und dass es für die anderen sehr peligroso sei wenn wir nicht auf sie warten würden. Die Leute wurden langsam ungehalten, ebenso James. Na ums kurz zu machen, irgendwann kamen die 4 Hippies daher geschlendert als ob nichts gewesen wäre. Dann fingen sie im Bus noch an Flöte zu spielen. Das Ding hätte ich denen am liebsten quer in den Arsch geschoben.

In La Paz angekommen, bezogen wir unser Hostel. Wir hatten ein 6 Mannzimmer, waren nur zu fünft, aber durch die Maus, die dort schon wohnte, war das Zimmer voll belegt.

Am nächsten Tag sind wir dann mit einem Collectivo RUNTER nach Coroico gefahren. Die Fahrt gestaltete sich wie folgt: von 3800m rauf auf 4600m, über den Pass vorbei am Camino de la muerte, der tödlichsten Straße der Welt. Dann runter auf 1000m, über einen Fluss drüber und dann wieder hoch auf 1700m. Coroico ist eine kleine verschlafene Stadt, nach Berliner Maßstäben eindeutig Dorf. Es gab auch eine deutsche Bäckerei, obwohl auf Nachfrage sich heraus stellte, dass der Bäcker Holländer war. Es regnete viel. Doch wenn es das mal nicht tat, ballerte die Sonne runter. Wir wärmten unsere steifen Glieder und Gelenke auf, badeten ausgiebig und holten uns einen schönen Sonnenbrand.

Abends gab es immer 2 Flaschen Boca Rica mit Cola und Berte nahm sich des Einheimischengesöffs namens Coca Loca an. Wir konnte keine Veränderungen an ihm feststellen. Am 2. Abend mischten wir uns mit einer Flasche JUDAS Bier unters Volk auf der Plaza. Pünktlich um 22 Uhr ging das Licht am Brunnen aus. Am nächsten Tag ging es dann die ganze Strecke wieder zurück nach La Paz.

Über La Paz gibt es nicht viel zu sagen, es ist eine Großstadt mit vielen Menschen. An jeder Ecke versucht irgendwer irgendwas zu verkaufen. Mit der Seilbahn zu fahren schlug fehl, weil die Hälfte der Stadt sonntags versucht auf den in El Alto liegenden Friedhof zu kommen oder von dort oben einfach nur den Ausblick über die Stadt zu genießen.

Ein Gedanke zu „La Paz und Coroico

  1. Hey Chicos, tolle Bilder, toller Bericht! Von ungebetenen Flötentönen können wir mittlerweile auch ein paar Lieder singen, auch die unbeständige Wetterlage kommt uns sehr bekannt vor. Bleibt standhaft und genießt den Endspurt in Chile. Verregnet sonnige Grüße vom anderen Seeufer aus Puno senden
    Martina & Stefan

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